Der erste Schritt bei der Vermietung der Immobilie ist die Festsetzung des Mietpreises. Um eine ortsüblich angemessene Miete abschätzen zu können, ist es unabdingbar sich einen genauen Überblick über den Mietmarkt zu verschaffen und sich die nötigen Marktkenntnisse und das Immobilienfachwissen anzueignen. 

Eine zu hoch angesetzte Miete kann dazu führen, dass Sie die Wohnung nicht sofort vermietet bekommen, oder aber der Mieter nicht lange darin wohnen bleibt, da er anderswo ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt. In beiden Fällen müssen Sie einen eventuellen Leerstand finanziell überbrücken. 

Im Falle einer zu niedrig angesetzten Miete haben Sie monatlich finanzielle Einbußen. In diesem Fall dürfte auch die Miete nur in langsamen Schritten angepasst werden. 

Aus diesem Grund ist es ratsam sich bei der Mietersuche Zeit zu lassen. Filtern Sie bereits im Vorfeld diejenigen Kandidaten aus, welche echtes Interesse an einer Miete Ihrer Immobilie haben. Auf diese Weise vermeiden Sie u. a. unnötige Besichtigungen und sonstige Nachteile. 

Es ist des Weiteren ratsam von den Mietern, welche in die engere Wahl kommen, eine Selbstauskunft zu verlangen. 

Mieterselbstauskunft

Bei einer Mieterselbstauskunft werden in der Regel Fragen über den beruflichen Status, die Einkommensverhältnisse, mögliche Schulden, den Familienstand und das letzte Mietverhältnis beantwortet und die Kontaktdaten abgefragt. 

Rein rechtlich gesehen ist niemand zur Selbstauskunft verpflichtet. Es kann Sie jedoch niemand davon abhalten die Interessenten ohne Selbstauskunft nicht weiter zu berücksichtigen. Sollte ein Mieter eine Falschauskunft angegebene haben, so ist dies ein fristloser Kündigungsgrund. 

Um sich vor zukünftigen Mietausfällen zu schützen, ist es ratsam bei der Mieterselbstauskunft folgende Unterlagen anzufordern:

  • SCHUFA Auskunft
  • Mietschuldenfreiheitsbestätigung des letzten Vermieters 
  • Gehalts- oder Einkommensnachweise 

SCHUFA-Auskunft

Die Schufa ist eine Gemeinschaftseinrichtung der kreditgebenden Wirtschaft in Form einer Holding AG. Aktionäre und auch Vertragspartner der Holding sind Unternehmen, die in ihren Geschäftsbeziehungen mit Kunden ein Kreditrisiko eingehen, d.h. v.a. Kreditinstitute, Kreditkarten- und Leasinggesellschaften, Handels- und Telekommunikationsunternehmen sowie sonstige Unternehmen, die Leistungen und Lieferungen gegen Kredit gewähren.

Im alltäglichen Wirtschaftsleben werden eine Vielzahl von Verträgen geschlossen. Dabei besteht für den Leistenden stets ein gewisses Risiko, dass der Leistungsempfänger seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. 

Um diese Informationsunsicherheit abzubauen, wurde die Schufa bereits im Jahr 1927 gegründet. Sie sammelt Daten von privaten Verbrauchern und Unternehmen über deren Bonität. Andere Unternehmen können diese Daten gegen Zahlung einer Gebühr einsehen. Somit kann die Ausfallwahrscheinlichkeit bereits im Vorfeld sachlich eingeschätzt werden. 

Mietschuldenfreiheitsbestätigung 

Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ist ein PDF, welches bereits als Vordruck im Internet zur Verfügung steht. Hier bestätigt der Vormieter, dass Mieten immer rechtzeitig und in voller Höhe gezahlt wurden und keine Zahlungen mehr ausstehen. Eine solche Mietschuldenfreiheitsbestätigung liefert einen weiteren wichtigen Anhaltspunkt dafür, wie es um die Zahlungsmoral von Mietinteressenten steht.

Gehalts- oder Einkommensnachweise 

Bei Einkommensnachweisen gibt es kein einheitliches Format. Sie können ganz unterschiedlich aussehen und hängen von der Art der Beschäftigung ab. 

Als Einkommensnachweis kann die Gehaltsabrechnung, eine Einkommensbescheinigung vom Arbeitgeber, der Rentenbescheid, oder ein Bewilligungsbescheid für Sozialleistungen (Hartz-IV-Bescheid) dienen.

Bei der Bundesagentur für Arbeit kann bei Bedarf kostenlos ein Muster der Einkommensbescheinigung heruntergeladen werden. Dieses kann dann dem Arbeitgeber vorgelegt werden. Arbeitnehmer legen in der Regel als Einkommensnachweis das Formular der Gehaltsabrechnung für die letzten drei Monate in Kopie vor. Alternativ kann auch eine Bescheinigung durch den Arbeitgeber über die Höhe des Gehalts eingereicht werden. Wer gerade eine neue Stelle angetreten hat, legt am besten ergänzend eine Kopie des Arbeitsvertrags dazu, um die Bonität zu belegen. 

Für Selbstständige ist der letzte Einkommensteuerbescheid des Finanzamts die gängigste Form, ihre Einkünfte nachzuweisen. Alternativ kann gegebenenfalls auch ein Schreiben des Steuerberaters seinen Zweck erfüllen. Steuerbescheide gelten grundsätzlich als Einkommensnachweis für Selbstständige. 

Sie sollten sich auf jeden Fall die Zeit für eine gründliche Prüfung nehmen. Auf diese Weise kann bereits im Vorfeld jede Menge Stress, das Risiko finanzieller Einbußen und im schlimmsten Fall sogar eine juristische Auseinandersetzung vermieden werden.

Als weitere Sicherheit dürfen Sie noch eine Kaution von maximal drei Monatsmieten veranschlagen. Diese muss auf einem separaten Konto angelegt werden. Der Vermieter hat während der Mietlaufzeit kein Zugriffsrecht auf dieses hinterlegte Geld. Es stellt eine Sicherheit dar, die im Bedarfsfall bei vom Mieter verursachten Schäden einbehalten werden darf.

Erscheint ein „Miteinander“ im Falle einer Vermietung Ihrer gemeinsamen Immobilie für Sie mit Ihrem Ex-Partner unvorstellbar, so ist eine Vermietung nur dann eine sinnvolle Alternative, wenn ein externer Verwalter für die Belange, die in Bezug auf die vermietete Immobilie anfallen, eingesetzt wird. Das hat den Vorteil, dass Sie lediglich den regelmäßigen Zahlungseingang der Miete kontrollieren, jedoch mit der Verantwortung und den Aufgaben der Vermietung selbst nicht behelligt werden. 

Falls Sie die Vermietung Ihrer Immobilie als sinnvolle Lösung ansehen, ist es in jedem Fall ratsam sich von einem Immobilienexperten darüber fundiert beraten zu lassen.