Bei der Realteilung wird im Falle einer Scheidung das Grundstück bzw. die Immobilie des Ehepaares in zwei separate Einheiten aufgeteilt. Jeder Partner wird nun zu einem Alleineigentümer seiner jeweiligen Einheit. 

Trotz räumlicher Aufteilung ist es für die meisten Paare unvorstellbar mit ihrem ehemaligen Partner weiterhin unter einem Dach zu leben. Rechtlich gesehen ist jedoch die endgültige Trennung kein hinreichender Grund von dem anderen Partner den Auszug zu verlangen. Laut geltendem Gesetz ist es möglich, dass die getrennten Ehegatten innerhalb der gemeinsamen Immobilie getrennt leben können. 

Falls Sie sich für die Realteilung entscheiden, so hat diese den Vorteil, dass sowohl Sie als auch Ihr Ex-Ehegatte über Ihre jeweiligen Grundstücks- oder Wohneinheiten selbstständig und ohne Zustimmung des anderen verfügen können. Sie ermöglicht es Ihnen demnach, Ihre Immobilie insgesamt trotz der erfolgten Scheidung zu erhalten. Da das vormalige Gemeinschaftseigentum in zwei baulich abgeschlossene Grundstücks- oder Wohneinheiten aufgeteilt wird, können nach der Scheidung beide Partner dort unabhängig voneinander weiter wohnen, veräußern oder vermieten.

Diese Lösung erleichtert es zum Beispiel im Falle von Kindern das gemeinsame Sorgerecht umzusetzen und dabei die vormalige Wohnsituation nicht aufgeben zu müssen. 

Auch für den Fall, dass die Kosten für die nur von einem Partner genutzte Immobilie eine zu große Belastung darstellen, kann eine Immobilienaufteilung eine gute Lösung sein. In diesem Falle werden Sie von vormaligen Gesamteigentümer zu Alleineigentümern der jeweiligen Einheit.

Diese Aufteilung können Sie auch schon während des Trennungsjahres vornehmen. Hier teilen Sie die Nutzung der Zimmer während der Trennungszeit, wie zum Beispiel bei einer Wohngemeinschaft, unter sich auf.  Küche, Bad, Flur und Keller dürfen dabei weiterhin gemeinsam genutzt werden. 

Entscheiden Sie sich dafür auch nach dem Trennungsjahr in der gemeinsamen Immobilie wohnen zu bleiben, so reicht es juristisch gesehen nicht mehr aus einfach eine Wand durch Wohn- und Schlafzimmer zu ziehen. Beide Wohneinheiten müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Ist zum Beispiel keine Schallisolation vorhanden oder bestehen keine separaten Wohnungseingänge, müssen diese auf jeden Fall nachträglich eingebaut werden. Ist dies nicht möglich, so ist diese Immobilie nicht für eine Realteilung geeignet.

Entscheiden Sie sich für diese Variante, so ist eine Teilungsvereinbarung zu erstellen und notariell beglaubigen zu lassen. Bestandteil dieser Teilungsvereinbarung sind die Pläne der separaten Wohneinheiten, eine Abgeschlossenheitsbescheinigung für jede Wohnung und eine Gemeinschaftsordnung hinsichtlich der Kostenvereinbarung. Zusätzlich ist dies im Grundbuch zu vermerken. Im Zusammenhang mit der Scheidung wird dies mit einer Scheidungsfolgenvereinbarung fixiert.

Es ist ratsam in diesem Falle einen Immobilienexperten zu Rate zu ziehen, der analysiert und berechnet, ob und wie das Wohneigentum aufgeteilt werden kann und welche Kosten damit verbunden sind.   

Falls dies aufgrund der baulichen Gegebenheiten möglich ist, sollte trotzdem ernsthaft hinterfragt werden, ob das weitere Zusammenleben unter einem Dach eine realistische Vorstellung für Sie, für Ihren Partner und ggf. auch für die Kinder darstellt. Oftmals ist die Nähe zu dem Ex-Partner mit hohem emotionalen Stress verbunden, so dass bestehende Spannungen weiter zunehmen, was sich negativ auf die Lebensqualität aller beteiligten auswirkt. Daher ist diese Variante in der Regel lediglich nur als Übergangslösung erfolgreich.    

Es sollte Ihnen allerdings bewusst sein, dass diese Lösung mit einigen Aufwänden und Kosten verbunden ist. Vor allem der Umbau der Immobilie kann erhebliche Kosten nach sich ziehen. Hier ist es ratsam sich vorher einen genauen Überblick zu verschaffen und abzuwägen, ob dies die passende Lösung ist. Die Investitionen amortisieren sich in der Regel erst nach einer längeren Zeitdauer.